Herz - ganz
Es kommt sicher nicht überraschend, für Euch, aber mich hat es doch ein bisserl kalt erwischt: der Vogelmann meldet sich echt nicht und die, gegen jede Vernunft aufrechterhaltene Hoffnung hat sich jetzt verabschiedet. Das bedeutet leider nicht im Gegenzug, dass meine Gefühl auch weg sind. Aber, und dass hab ich leider in den letzten fast 50 Jahren auf die harte Tour gelernt: es ist nicht verwunderlich, eher seltsam mag angemutet haben, dass ich es immer wieder erneut geschafft habe, diese Hoffnung aufzubauen. Im Glauben an die Liebe bin ich stur. Vielleicht das einzig Krankheitswertige an mir.
Denke, ob es doch ADHS war, oder eher eine kleine Hochbegabung? Ist nicht mehr relevant. Wie sehr 'dazwischen' als Titel passt, hat sich mir heute auch offenbart. Nirgends gehöre ich dazu, niemand bekennt sich Küberl auf Deckel zu mir, nicht einmal mein eigenes Kind, da er sozial um Welten weiter ist, als ich jemals sein werde (und das ist gut so!) Keine instant oder distant gratification für mich, die Art und Weise, wie ich Räume und Möglichkeiten öffne, für das Leben, die Schönheit, den Mut und die Gedanken - es fällt nie auf mich zurück. Das mag normal sein, sag ich jetzt mal, ist eine grundlegende Eigenschaft von Mägden. Eine Weile dachte oder spürte ich, vermeintlich zumindest, dass ich mich mit dieser Rolle irgendwie aber gar nicht abfinden mag. Das allerdings ein interner Irrtum. Welche Rolle ich spiele, ist mir egal. Sei es die pflichtbewußte Königin, eine, immer müde Handwerkerin, oder, die in die Geschichte eingehende Malerin, die weggesperrte Vogelfreie oder eine spirituell bewanderte Mutter von Vielen, durch die Tundra streifend.
Inhaltlich irrelevant, das einzig relativ relevante der Vogelmann. Nicht, weil alles gut wäre, wenn er da ist. Nicht, weil ich dann für immer hier liegen könnte, ihn anschauen, umarmen und seine Stimme hören. Nicht, weil ich weiß, dass es ihn gibt. Nicht, weil er so schöne Augen hat wie ein gesamtes Universum, nicht seine Bestimmtheit und sein Lachen, es ist das, was in mein Leben getreten ist, seit ich ihn traf, der zwischen uns zusammengedrückte, leere Raum über jede räumliche Distanz hinweg verdichtet wie ein Fenster einer unsichtbaren Substanz, das in eine andere Welt weist, in etwas danach, eine Möglichkeit dazwischen, etwas wortlos Wunderbares.