Wir
Denke seit vorgestern über das Teilen von Wissen und Information nach. Die alte Schule - man behält und behütet alles, was man sich erarbeitet hat, die nächste Generation muss selbst drauf kommen versus das offenlegen der Methodik und der Tipps, um dann gegebenenfalls schnell überholt zu werden.
Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Klingt auf den ersten Blick wie ein klasse Spruch, ich möchte ihm auf den Grund gehen.
Zuerst: In ihm klingt mit, 'nicht ganz dicht' zu sein wäre ein Mangel, ein Makel, etwas, das man loswerden muss. Sieht man die Offenheit als Problem, hat man in gewisser Weise ja recht, wer jedem dahergelaufenen alles erzählt, muss am Ende des Tages mit Paranoia bezahlen, die vermutlich berechtigt ist, denn es gibt Leute, die es nicht gut mit einem meinen und sich an den Vertrauensgrundsatz nicht halten möchten oder können. In meinem Denken sind das nicht recht undichten. Menschen, die als Problemfälle gelten, weil sie Missstände ansprechen und mehr wahrnehmen als andere als krank zu bezeichnen halte ich für einen Irrtum der Geschichte. So wie Idividual-Verkehr in großen Städten. Ist nicht mehrheitsfähig dieser Gedanke, das ist mir klar, aber egaler könnte mir das nicht sein, gebe ich auch zu.
Es kostet zwar Länge mal Breite, Visionär zu sein, nur ist es, wie die Berufung zur Künstlerin, nichts, das man sich aussucht, insofern müßig, darüber zu philosophieren.
Bleibt festzuhalten, der Spruch ist inhaltlich gar nicht so übel, allerdings ist er falsch formuliert. Wer nicht schlau genug ist, wird über den Tisch gezogen. Kann man so aber auch nicht eins zu eins unterschreiben. Vielen Menschen geht es heute ökonomisch besser denn je, auf der Welt. Wie lange noch, ist eine andere Frage. Darum ja die Kriegstreiberei diverser Narzissten. Wenn Anna Normalverbraucherin aufeinmal Muße und einen gut gefüllten Bauch hat, um Hegel zu studieren, kann sie ihm, dem Größten Faschisten aller Zeiten, der er gerne wäre, ja super Kontra geben, also bemüht er sich, sie wieder in Spur zu bringen, dass am Ende der Woche das nackte Überleben wichtig ist, und nicht mehr die geistige Entwicklung.
Soweit so alt bekannt. Also ist die Offenheit doch kein Problem, weil sie die Menschheit als Gesamtes weiterbringen kann und nur Narzissten, die kleinlich auf den persönlichen Vorteil schielen, ihr das Hackl ins Kreuz werfen?
Und wer will die Menschheit retten? Jeder, der klug genug ist, erkannt zu haben, wie komplex alles miteinander verwoben ist, dass der Gewinn des einen meist ein Verlust eines anderen ist, und nur der Vertrauensgrundsatz, dass er dafür etwas von Wert zurückbekommt eines Tages, die Stimmung aufrecht erhalten kann.
Die Frage ist also, sind wir als Menschheit gerade noch zu blöde, um uns jetzt auf die Füße zu stellen und die Baby- Narzissten in ihre Schranken zu weisen, die jene ja dann mit Handkuss annehmen, habt ihr, im Kleinen, schon mal einen Narzissten zurechtgewiesen, der noch nicht völlig inhaliert wurde von seiner Sucht nach sich selbst? Wie klein der ist, wie der schaut, und reagiert, wenn sich wer traut, ihm Paroli zu bieten? Wie der (langsam, so langsam) aber doch, zu wachsen beginnt, seelisch? Wenn man mit Fingerspitzengefühl gescheitert ist - mit jeder Diplomatie an Ende? Wie sehr dann das strenge Wort hilft, ihn zu bändigen?
Oder sind wir und ich rede absichtlich von wir, von der geistig freien Bevölkerung dieses Planeten, in der Lage, denen zu zeigen, wo der Hammer hängt? Niemand weiß, was kommt, wenn die Menschheit aus dem Muster: Krieg & Frieden & Gewinn & Verlust aussteigen wird. Aber einen Versuch ist es wert, die alten Storys füllen die Geschichtsbücher und jeder weiß, wer am Ende die Rechnung bezahlt hat.
Sind wir klug genug? Uns zu öffnen, für das Richtige? Ich muss jetzt los, noch viel zu tun, der Tag startet und ich bin erkältet und habe irre Rückenschmerzen, aber nichtsdestotrotz lasse ich euch diesen angefangenen Gedanken da und werden weiter nachdenken, weil ich habe noch eine Idee dazu. Salü!